Logo: Go Home Informationen zu Holz als Energieträger Informationen zu Biogas als Energieträger Informationen zu Pflanzenöl als Energieträger
Termine | Verein | Links | Kontakt | Kooperationen | Impressum
PARTNER
Abstandhalter Werbeleiste Abstandhalter Werbeleiste Abstandhalter Werbeleiste Energieagentur Lippe Abstandhalter Werbeleiste Abstandhalter Werbeleiste Biogas Nord Abstandhalter Werbeleiste Abstandhalter Werbeleiste Rapstruck-Sonya Hermann - Beratung-Umrüstung-Filtertechnik Abstandhalter Werbeleiste Abstandhalter Werbeleiste Abstandhalter Werbeleiste Abstandhalter Werbeleiste Institut für Kirche und Gesellschaft Abstandhalter Werbeleiste Abstandhalter Werbeleiste Abstandhalter Werbeleiste
MARKTPLATZ
Suchen Sie Beratung, Informationen, Ansprechpartner im Bereich Bioenergie? Oder wollen Sie sich, Ihr Unternehmen und Ihre Angebote vorstellen? Dann sollten Sie den

Marktplatz betreten

NEWS
07.01.2009 Im Vergleich zu den anderen biogenenTreibstoffen [mehr]
08.12.2008 Gabriels Arroganz [mehr]
03.12.2008 Versuche beendet [mehr]
05.03.2008 Palmöl Studie [mehr]
03.01.2008 Bioenergiedörfer entwickeln.... [mehr]
02.01.2008 Tagung: Biogaseinspeisung [mehr]
10.11.2007 Rapsöl fast allen anderen Biokraftstoffen in der Klimabilanz überlegen [mehr]
10.11.2007 so leben wir.... [mehr]
05.11.2007 Rapsöltraktor von Fendt [mehr]
30.10.2007 Die Veranstaltung in Büren.... [mehr]
  [Zum Archiv]
VOLLTEXTSUCHE

Bierlieferung mit Salatöl

Von Martin Benninghoff

28. August 2003. Bei Neumarkter Lammsbräu geht die Saat im Tank auf. Seit gut einem Jahr treibt kaltgepreßtes Salatöl zwei LKW und zehn PKW der mittelständischen Privatbrauerei im oberpfälzischen Neumarkt an. Den Rest seines Fuhrparks, acht weitere LKW, will Inhaber Dr. Franz Ehrnsperger in naher Zukunft nachrüsten. Der alternative Treibstoff ist von der Ökosteuer befreit, kommt ohne Mineralölsteuer aus, ist frei von Schwefel, der "sauren Regen" hervorruft, und setzt nur soviel Kohlendioxyd in die Luft, wie die Ölpflanze zuvor verbraucht hat. Ehrnsperger nennt das "eine geniale Idee der ökologischen Kreislaufwirtschaft".

Das Öl wächst und gedeiht auf den eigenen Feldern zwischen Braugerste und -weizen im sogenannten Mischfruchtanbau. Nach der Ernte wird die Ölsaat gepreßt, die Rückstände kompostiert oder verfüttert und schließlich als Dünger auf die Äcker gebracht. Im Antrieb angekommen, verbrennt es ähnlich wie Diesel, sofern es sauber und frei von Partikeln ist.
Der Tiger wohnt in zwei Tanks
Die Lammsbräuschen Wagen kommen allerdings nicht ganz ohne den herkömmlichen Dieselkraftstoff aus. Der Motor wird zunächst mit Diesel gestartet. Dann, wenn er warm genug gelaufen ist, schaltet man auf Pflanzenöl um. Das Öl lagert in einem kleinen zusätzlich eingebauten Tank, der durch den anfänglichen Dieselbetrieb vorgeheizt wurde. Nur angewärmtes Öl ist flüssig genug, um sauber durch die Kraftstoffleitungen zu strömen. Bevor der Fahrer den Motor abstellt, schaltet er wieder auf Dieselbetrieb um, damit die Einspritzpumpe und die Leitungen für den nächsten Start mit Diesel gefüllt sind. Mit dem Zweitanksystem ist es meistens aber nicht getan. Im Winter sind Zusätze nötig, denn winterfest ist das Pflanzenöl selten. Zudem startet der Motor aufgrund der höheren Viskosität des Pflanzenöls nicht ganz so geschmeidig.
Kohlendioxyd und Schwefeldioxyd werden eingespart
Trotz mancher technischer Schwierigkeit ist Thomas Weiß, Umweltbeauftragter der Öko-Brauerei, von der Technologie überzeugt: "Durch das Öl sparen wir eine gehörige Menge an Emissionen ein", sagt er. Der aktuelle Öko-Controlling-Bericht von Lammsbräu rechnet es vor: Fast 40 Prozent zusätzliche Kohlendioxyd-Emissionen hätten im vergangenen Jahr durch den Einsatz von Pflanzenöl im Tank eingespart werden können, heißt es darin. Der Anteil des nachwachsenden Treibstoffes sei im Jahr 2002 auf über 21 Prozent gestiegen. Der "ackerbauliche Mehraufwand ist auf ein Minimum begrenzt", betont Thomas Weiß.
Ein Hektar Fläche für eine Tonne Diesel
Was im Mikrokosmos eines Betriebes funktioniert, kann allerdings nicht einfach auf die Allgemeinheit übertragen werden. "Pflanzenöle als Treibstoffe sind energetisch eher ineffizient", konstatiert Dr. Andreas Ostermeier, wissenschaftlicher MItarbeiter im Fachgebiet Emissionsminderung und Energieeinsparung im Umweltbundesamt. Erstens braucht es zum breitangelegten Anbau riesige Ackerflächen - ein im bevölkerungsreichsten Staat Europas knappes Gut. Die Faustregel lautet: Für eine Tonne herkömmlichen Dieselkraftstoff bedarf es eines Hektars Fläche für die Anbausaat. Zum zweiten sei das Argument, Pflanzenöle gäben bei der Verbrennung kein zusätzliches Kohlendioxyd ab, mit Vorsicht zu genießen: Beim Anbau entstünden durch die landwirtschaftlichen Maschinen und die Düngung erhebliche Umweltbelastungen.
Feste Biomasse mit höherer energetischer Effizienz
Im Falle der ökologischen Brauerei Lammsbräu falle der letzte Kritikpunkt freilich weg, denn die Bio-Brauerei kommt ohne künstliche Dünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel aus. Ostermeier sieht die Umweltschutzpotentiale eher in Bereichen abseits des rollenden Verkehrs. Die energetische Effizienz von schnell wachsenden Hölzern sei um den Faktor fünf bis acht höher als bei Ölen. Hinzu kommen die Kosten, die der Umbau für den Betrieb mit Pflanzenöl verursache. Letztendlich, begründet Ostermeier, sei das Hauptargument für die Pflanzenöle die Kostenersparnis durch die fehlende Mineralölsteuer.
Für die Brauerei Lammsbräu, die ihr Pflanzenöl günstig in Eigenregie herstellt, werden das Kostenargument und die verminderten Emissionen ihrer Autos und LKW entscheidend sein. Außerdem findet sie sich in bester Gesellschaft: Schon Rudolph Diesel betrieb seinen ersten Selbstzünder mit Öl aus der Erdnuß.

Fusszeile