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Bielefelder Forscher entwickeln Wasserstoff-produzierende
Turboalge
05.09.2005 - (idw) Universität Bielefeld
Grünalge gibt
Gas: Energieträger für die Zukunft
Steigende Ölpreise,
Diskussionen um Feinstaub-Rußpartikel durch die Nutzung fossiler
Brennstoffe, ansteigende CO2-Konzentration in der Atmosphäre und
weltweite Umweltkatastrophen werden mit dem Treibhauseffekt in
Verbindung gesetzt. Diese Situation lässt alternative
CO2-emmissionsfreie Energiegewinnungsmethoden als attraktive
Alternative zu den klassischen Energieträgern Erdöl, Kohle und
Erdgas erscheinen.
Besonderes Interesse gilt dabei der
Umwandlung von Sonnenlichtenergie in den Energieträger Wasserstoff,
eine Energieform, bei deren Verbrennung lediglich Wasser entsteht.
Unter den verschiedenen Möglichkeiten der Wasserstoffproduktion wird
weltweit auch die bio-technologische Gewinnung von Wasserstoff mit
Hilfe einzelliger photosynthetisch aktiver Mikroorganismen
weiterentwickelt.
Der Arbeitsgruppe des Privatdozenten Dr.
Olaf Kruse an der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld
ist es nun in Zusammenarbeit mit dem Kollegen Dr. Ben Hankamer am
Institute of Molecular Bioscience der University of Brisbane in
Australien gelungen, eine genetisch veränderte Mutante der Grünalge
Chlamydomonas reinhardtii mit einer deutlich verbesserten Fähigkeit
zur Wasserstoffproduktion herzustellen. Dieses
H2-Entwicklungsverfahren, welches kürzlich erfolgreich patentiert
wurde (Patent-Nr. W0 2005003024), ermöglicht es, je nach gewählter
Bedingung bis zu 13fach höhere Raten an Wasserstoff zu produzieren
als dies bisher beschrieben war.
Auf Grund der gesteigerten
Wasserstoff-Produktionsraten bietet Stm6 - so der Name der mutierten
Grünalge - hervorragende Voraussetzungen, eine zukünftige
biotechnologische Nutzung von Bio-Wasserstoff aus Sonnenlicht mit
Hilfe von Mikroorganismen zu realisieren. Derzeit werden in den
Laboratorien in Brisbane und Bielefeld Anstrengungen unternommen,
durch gezielte molekulargenetische Eingriffe die Produktionsraten
weiter zu erhöhen. Der Bau erster Prototypen von Bioreaktoren ist in
Zusammenarbeit mit Biotechnologen noch in diesem Jahr
geplant.
Kontakt: Olaf Kruse, Fakultät für Biologie der
Universität Bielefeld, Tel: 0521-106-5611, E-Mail:
olaf.kruse@uni-bielefeld.de
Das Foto ist abrufbar unter:
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Pressemitteilung Nr. 178/2005
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